90 Jahre Anne Frank

„Ich werde, hoffe ich, dir alles anvertrauen können, wie ich es noch nie bei jemandem gekonnt habe, und ich hoffe, du wirst mir eine große Stütze sein.“ Mit diesen Worten beginnt das wohl bekannteste Tagebuch der Welt, das Tagebuch der Anne Frank. Anlässlich ihres bevorstehenden 90. Geburtstages lernte die Schule ihre Namenspatronin von verschiedenen Seiten kennen. So spielte das bereits erwähnte Tagebuch eine große Rolle, das Tagebuch, das im Laufe der Zeit zu ihrer besten Freundin wurde. Da wurde das Leben im Hinterhaus thematisiert, die durch die Arbeit in der Fabrik fest vorgegebenen Tagesabläufe, die schier unmöglichen Regeln wie z.B. das Herumlaufen, das nur auf Strümpfen und schleichend gestattet war oder das Verbot, die Toilette und die Wasserleitungen zu benutzen. Da wurde die besondere Bedeutung der Natur aufgegriffen, im speziellen der Kastanienbaum, den Anne Frank durch das Dachfenster des Hinterhauses sehen konnte und der sie durch sein Blühen und Verblühen über mehrere Jahre hinweg begleitet hat „Dass ihr einmal die Natur so viel bedeuten würde, hätte sie sich in ihrem wirklichen Leben, so nannte Anne die Zeit vor dem Untertauchen, nicht vorstellen können“ (aus: Charlotte Degen – Guten Morgen, lieber Kastanienbaum).
Stationen ihres Lebens, aber auch Familienmitglieder waren Teil einer Ausstellung, die quer im ganzen Schulhaus zu sehen war. Mit Hilfe unterschiedlicher Fragen lernten die Schüler*innen so das Mädchen Anne Frank und ihr Schicksal besser kennen und verstehen. Schnell begriffen sie, wie gut es ihnen heute geht, welche Möglichkeiten und Rechte sie heute haben und welche Türen ihnen heute offen stehen. Auch der Film, der am Nachmittag gezeigt wurde, machte dies noch einmal sehr deutlich. Zwei Lerngruppen machten sich auf den Weg nach draußen – einmal, um die Synagoge in Karlsruhe und die damit verbundenen Erfahrungen jüdischen Glaubens kennen zu lernen. Die andere Gruppe beschäftigte sich mit Orten jüdischen Lebens in der Stadt, angefangen vom ehemaligen Warenhaus Knopf über die alte Synagoge in der Kronenstraße bis hin zur Gedenkstelle der Deportation vieler Karlsruher Juden nach Gurs.

Alle Gedanken an Anne Frank und alle guten Wünsche für die Schule stiegen im Laufe des Tages mit Luftballons in den Himmel und rundeten das besondere Gedenken in diesem Jahr symbolisch ab. (weitere Berichte und Bilder auf unserer Homepage: https://anne-frank-schule-karlsruhe.de )

Es schrieb für Sie:
Bernhard Späth