Maria Terwiel

Maria Terwiel wurde am. 07. Juni 1910 in Boppard geboren. Sie war die Tochter eines hohen Verwaltungsbeamten. Nach bestandenem Abitur im Jahre 1929 nahm sie das Studium der Rechtswissenschaften auf. Da ihre Mutter jüdischer Abstammung war, wurde Maria Terwiel infolge der Nürnberger Gesetze nicht zum Referendarexamen zugelassen und musste ihr Studium aufgeben.

Ihr Vater (katholisch) wurde 1933 in Stettin von seinem Amte enthoben und übersiedelte mit seiner Familie nach Berlin. Dort fand Maria Arbeit als Sekretärin in einem Textilunternehmen französisch-schweizerischer Gründung.
Nach Kriegsausbruch erwirkte sie dann mit Umsicht, dass der französische Leiter der Firma, der als Kriegsgefangener behandelt wurde, seine Arbeitszwangsstunden in dem bisherigen Tätigkeitsbereich seiner Firma ableisten konnte.
Maria Terwiel ergriff eine sich bietende Verbindung zu der Widerstandsgruppe des Hauptmannes Schulze-Boysen.
Sie benutzte die Beziehungen dieser Widerstandsgruppe zur Verbreitung der Predigten des Bischofs Clemens August Graf von Galen (siehe auch Galen). Ebenso nutzte sie die Möglichkeiten der Widerstandsgruppe zur Beschaffung von Pässen für gefährdete Juden.
Diese Tätigkeiten blieben dem damaligen Regime nicht verborgen. Gemeinsam mit ihrem Verlobten, Helmut Himmel, wurde sie verhaftet und im Januar 1943 vor dem Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 5. August 1943 vollstreckt. Maria Terwiel starb als überzeugte Katholikin.
Ein Jahr zuvor hatte sie ihren Vater verloren. Ihre Mutter und ihr Bruder fielen am 17. Dezember 1943 einem Bombenangriff zum Opfer.

Es schrieb für Sie:
Manfred Bilger
Manfred Bilger, damaliger 1. Vorsitzender des Bürgerverein Oberreut e.V., fasste erstmals die gesamte Straßengeschichte von Oberreut zusammen.