Bienen-, insekten- und vogelfreundliche Vorgärten und Gärten

Es ist schon lange zu beobachten, dass diese Tiere vom Aussterben ganz stark  bedroht sind. In Deutschland gibt es ca. 40.000 Insektenarten. Eine Langzeitstudie belegt, dass in 27 Jahren mehr als 25 % der Insekten nicht mehr da sind und sogar in 100 Jahren keine mehr. Diese Entwicklung hat massive Folgen für die Natur. Insekten sind Nahrung für Vögel und andere Tiere und für die Bestäubung von Pflanzen unverzichtbar. Im Wald sorgen sie für den Zerfall von toten Bäumen und Laub und führen diese wiederum ihrem natürlichem Kreislauf in die Natur zurück. Gründe des Sterbens sind die immer mehr um sich greifende Versiegelung der Landschaft durch Baugebiete und die Intensivierung der Landwirtschaft.

Früher befanden sich am Randstreifen des Ackers, Hecken, Sträucher und Wildkräuter. Die Vögel konnten hier rasten,  Nester bauen und  Nahrung finden. Jetzt gibt es das fast nicht mehr.

Hätten Sie das gewusst, dass es in Deutschland mehr als 500 verschiedene Bienenarten gibt. Die uns allen bekannt ist, ist die Honigbiene und die Wildbiene. Die Wildbiene aber steht auf der Liste der bedrohten Bienen und könnte laut einer Studie in 10 Jahren ausgestorben sein. Deshalb müssen wir alles tun um diese zu erhalten. Ohne diese Bienen gäbe es kein Obst  und keine Nutz- und Blütenpflanzen mehr, die gerade  im Frühjahr hauptsächlich von den Wildbienen bestäubt werden. Es ist also höchste Zeit zu handeln. Das heißt wir müssen für sie den Lebensraum schaffen, in dem wir heimische Sträucher, Bäume und Blumen pflanzen. Hier einige Beispiele an Sträucher, die bienenfreundlich sind: Weißdorn, Strandflieder, Holunder, Johannisbeere ,  Jasmin usw. Als Kräuter sind sehr gut geeignet: Thymian, Salbei, Schnittlauch und vieles mehr. Blumen: Tagetes, Sommerazalee, Sonnenblume, Malve usw. Als Stauden: Fingerhut, Lavendel, Sonnenhut usw.

Jeder kann etwas zum Erhalt dieser Tiere beitragen.  Sonst geht es uns wie in China, dass wir selbst die Bestäubung vornehmen müssen, was natürlich eine Katastrophe wäre.

Was in den letzten Jahren als “Modetrend” immer mehr zu sehen  ist, dass immer mehr Vorgärten als “Schottergärten” angelegt werden. Argument: Das macht keine Arbeit, wir haben keine Zeit. Fehlanzeige. Am Anfang schon pflegeleicht, doch schon bald fällt organisches Material auf die Steine. Es bildet sich eine Humusschicht und bildet damit freie Bahn für hartnäckige Unkräuter wie Flechten und Moose. Die hier die besten Bedingungen für ihr Wachstum finden. Was hilft dagegen das alles wieder los zu werden, Unkrautvernichtungsmittel und Pestizide.

Hinzu kommt noch, dass sich die Steine im Sommer  bei Tag stark  aufheizen und  bei Nacht diese Wärme wieder abgeben, also keine Abkühlung. Dadurch verändert sich das Kleinklima der Stadt  gravierend. Das Regenwasser wird nur bedingt aufgenommen und es kann zu Störungen im Wasserkreislauf kommen. Die Kanalisation wird überfordert, weil kein Wasser wie gewohnt im Erdreich versickern kann.

Als kleine Bepflanzung findet man Koniferen, die haben ja keine Blätter. Diese immer mehr um sich greifende  Monokultur bedeutet den Tod vieler Insekten und Vögel. So kam es  in den vergangenen Jahren vor, dass im Frühjahr die Brut der Vögel verhungern mußte, weil zu wenig Nahrung zu finden war. Die Mikroorganismen und alles darin befindliche Leben im Boden unter dem Vlies müssen jämmerlich sterben, weil sie keine Nahrung und Wasser von den obigen Pflanzen bekommen. Mikroorganismen im Boden leben von dem was oben wächst und arbeiten diese Nahrung in Stickstoffe und Nährstoffe  um, was wiederum unsere Pflanzen von oben für ihr Wachstum gebrauchen. In nur einem Liter Erde leben mehr als 10 Milliarden Lebewesen, das sind kleinste Mikroorganismen, Bakterien, Einzeller, Algen, Pilze, Milben und Insekten.

Eine Verarmung des Bodens führt zu einer verstärkten Bildung von giftigen Pilzen und Bakterien, die die Pflanzen und Tiere regelrecht vergiften können. Als Alternative zum Schottergarten kann auch eine Bienenwiese angelegt werden. Einmal im Jahr mähen nach der Blüte ist alles.  Das Regenwasser kann abfließen die Insekten und Vögel finden Nahrung und alles ist wieder in Ordnung.

Warum nicht? Gerade in der heutigen Zeit gibt es keine Kompromisse, wir müssen der Natur und den Tieren helfen.

Es ist höchste Zeit………….

 

Viele Grüße

Katharina Heenemann

Fotos: Günter Hohl

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Werner Blödt betreut das Sprachrohr des Bürgervereins, die Oberreuter Waldpost