Ährenweg

Den Ährenweg gibt es nicht in Oberreut, sagt der eine und der andere behauptet es felsenfest, dass es einen solchen doch gibt. Wer hat nun Recht? Beide! In Stadtplänen der jüngsten Vergangenheit finden sie in der Tat diesen Weg eingezeichnet.
Ich selbst bin erstmals vor einigen Jahren bei den Auswertungen der Wahlergebnisse in Oberreut auf diesen Weg aufmerksam geworden.
Im Adressbuch von 1987 heißt es zum Ährenweg: „Beginnt an der Litzenhardtstraße; unterführt die Landstraße 605, und zieht bis zum Gewann Kleinseeäcker“. Heute ist ein großer Teil des damaligen Ährenweges die ebenfalls in diesem Buch vorgestellte Straße Kleinoberfeld.
Bis Mitte der 80er Jahre waren die dortigen Wohnanwesen und die Gärtnerei straßenmäßig der damaligen Stadtrandsiedlung Kleinseeäcker zugehörend.
Auf Wunsch der damals dort ansässigen Gärtnerei Feucht setzte sich 1985 der Bürgerverein Bulach bei der Stadt dafür ein, dass dieser Weg zur Gärtnerei einen anderen Namen erhält. Man schlug von Seiten des Bürgervereins zunächst den Namen: „Markgräfin-Sibylla-Weg“ vor, obwohl man bereits den Bebauungsplan Oberreut-Feldlage III erarbeitet hatte und der Weg in absehbarer Zeit verschwinden würde. Die Stadt konnte den Namenvorschlag nicht akzeptieren. Den weiteren Vorschlag, den Weg als „Ährenweg“ zu bezeichnen, wurde dann jedoch zugestimmt.
Heute ist der Weg aus den Plänen und Adressbüchern verschwunden. Ein junger Stadtteil – und bereits ein Stückchen Geschichte.

Es schrieb für Sie:
Manfred Bilger, damaliger 1. Vorsitzender des Bürgerverein Oberreut e.V., fasste erstmals die gesamte Straßengeschichte von Oberreut zusammen.