Oberreut – der Stadtteil

Die Seiten über den Stadtteil mit seinen Straßennamen wurden aus Waldpost-Beiträgen unseres Stadtrats Manfred Bilger zusammengestellt. Wir danken Herrn Bilger für diese Arbeit und für sein Einverständnis zur Veröffentlichung der Artikel im Internet.

Wenn Sie die Langtextversion dieser Beiträge lesen möchten, so verweisen wir auf den Link zur Homepage der CDU Obereut.

Oberreut – ein neuer Stadtteil entsteht
Im Sommer 1964 zogen die ersten „Oberreuter“ in die Rudolf-Breitscheid-Straße 14 ein. Damals konnte man die Wohnungen nur über eine Baustraße erreichen, welche von der Heidenstücker-Siedlung ins Neubaugebiet führte.
Man bezeichnet noch heute diese Mitbürgerinnen und Mitbürger als Pioniere, denn nichts war fertig. Die Straßen verwandelten sich bei Regenwetter in Bäche und Matschseen. Per Kleinbus werden die Schulkinder und Stadtfahrer nach Bulach an den Petergraben verbracht.  Einkaufsmöglichkeiten gab es damals nur in der Steinsiedlung und in Bulach. Wie sich doch alles im Laufe der Zeit ändert.

Werfen wir doch gemeinsam einen Blick zurück.
Im Jahre 1926 ist im Generalbebauungsplan, man nennt ihn auch Schneiderplan, für Karlsruhe, auf der Gemarkung Bulach, westlich des Dorfes, ein Wohngebiet ausgewiesen. Die Planer sahen aber die Gleise der Pfalzbahn als Hindernis.
Ab 1959 verstärkte sich die Suche innerhalb der Stadtverwaltung nach möglichen Bauflächen.
Da die Inanspruchnahme der staatlichen Waldfläche für den Bau der Waldstadt wenig Schwierigkeiten bereitete und es Waldflächen im städtischen Besitz gab, wurde die Planung in diese Richtung gelenkt. Planungen für die Bergwaldsiedlung und für Oberreut begannen. Die Grundkonzeption aus dem „Schneiderplan“ wurde im Juni 1961 für die Aufstellung des vorläufigen Flächennutzungsplanes übernommen.
„Satellitenstädte“ oder „Trabantenstädte“ waren in unserer Republik Ende der 50er Jahre modern.
Auf einer Fläche von 100ha entstand auf dem Reißbrett eine Wohnsiedlung für ca. 12.000 Menschen. Ladenzentren, Schulen, ein Kino und ein Hotel sah man als Infrastruktur vor.

Auf einer städtischen Waldfläche von ca. 25 ha begann man mit der Bebauung von preiswerten Wohnungen, vor allem für kinderreiche Familien.
Im Jahre 1970 war die Bebauung in der Waldlage beendet. 5.700 Einwohner, anstatt der geplanten 4.200, wohnten in den 1.160 entstandenen Wohnungen.

1967 entwickelte das Stadtplanungsamt einen Bebauungsvorschlag für die Feldlage. Die Planung wird durch das Architekturbüro Prof. Schelling neu bearbeitet und den geänderten Bedürfnissen angepasst. Ein 4,5 ha großer Teilbereich wurde verfahrensmäßig abgetrennt. Der Teilbebauungsplan „Oberreut-Feldlage I“ wurde 1969 als Satzung beschlossen.439 Wohneinheiten für 1.500 Menschen entstehen.

Die Planung aus dem Jahre 1962 wird erneut überarbeitet. Die Straßenbahnlinie wird geplant.
Dem Planungsausschuss wird am 31.5.1972 der Rohentwurf für die Erweiterung des Stadtteils Oberreut vorgestellt. Der Bebauungsplan „Oberreut-Feldlage II“ umfasst das Gebiet zwischen dem Schmallen als östliche und der Otto-Wels-Straße als westliche Begrenzung. Auch diese Planung wird mehrfach verändert und den Bedürfnissen angepasst. Am 20.5.1980 wird der Bebauungsplan im Gemeinderat als Satzung beschlossen.
Neben den Sozialwohnungen entstehen auch Eigentumswohnungen, Reiheneigenheime und im Zentrumsbereich die Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungsflächen.

Im Mai 1981 diskutiert der Planungsausschuss erstmals über die Planungen für „Oberreut-Feldlage III“. Erst unter dem Eindruck akuter Wohnungsnot werden die Pläne 1988 wieder aus den Schubladen hervorgeholt. Auch in diesem Abschnitt weicht die Bebauung von der Erstplanung ab. Unter „dem Zwang der Verhältnisse“ wurde die Bebauung verdichtet. Am 18.12.1990 beschloss der Gemeinderat den Satzungsbeschluss.

So lebten nach Auskunft vom Amt für Stadtentwicklung, Statistik und Stadtforschung am 30. Juni 1999  9.956 wohnberechtigte Mitbürgerinnen und Mitbürger (davon 9.817 mit Hauptwohnsitz) in 4.231 Wohnungen.

Im Februar 2002 hatte Oberreut mit genau 10.136 Einwohnern die Zehntausend schon deutlich überschritten und bis zum Jubiläumsjahr 2004 einen weiteren Zuwachs auf 10.318 Wohnberechtigte (davon 10.150 mit Hauptwohnsitz) erzielt.

Text: Manfred Bilger